Eidgenossen – ganz verdrossen?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/schweiz-durchsetzungsinitiative-abgelehnt-svp-geschlagen-a-1079746.html

Nachdem ich vor einigen Tagen auf die Ösis geschaut habe und mir so meine Gedanken machte, schien es heute am Sonntag auch noch mit den Eidgenossen schwieriger zu werden. Man weiß ja schon gar nicht mehr, wohin man guten Gewissens seinen Urlaubskurztrip unternehmen soll. Aber siehe da, so nationalistisch die manchmal sein können, die Vernunft hat vor der Angst gesiegt.

Chapeau!

Ösi – Bösi

Nun also droht Herr de Maiziére den Österreichern, dass das nicht geht, was dort geht. Oder was die dort meinen, dass gehen sollte. Überhaupt: Ultimaten stellen und Drohgebärden in die Welt schicken scheint zur Zeit en vogue. Zeigt auch, in dieser Lächerlichkeit, wie weit wir schon sind. Als würden sich gerade die Österreicher drohen lassen.

Obwohl: Uns könnte doch als Sanktion blühen, dass wir alle nicht mehr nach Österreich fahren dürfen, weil die sich bei der Flüchlingsfrage nicht moralisch konform verhalten. Das heißt, wir bräuchten nicht nur neue Sicherungen bei der Einreise an Deutschlands Grenzen, sondern auch Sicherungen bei der Ausreise. Alle müssen Umkehren. Die Flüchtlinge nach Syrien oder wo immer sie herkommen und wir – ?

Ach, war nur so ein doofer Einfall. Bestimmt wache ich bald auf und alles war nur ein schlechter Traum!

Oder?

Auch der Verbrecher ist ein Mensch

Wenn Stanislaw Tillich, Ministerpräsident, davon spricht, dass die Verursacher jener schandbaren Gewalttaten von Clausnitz keine Menschen seien, begeht er einen schweren Denkfehler. Auch der Mensch im Schatten, auf der falschen Seite, der Verbrecher bleibt ein Mensch. Er ist kein Dämon und auch kein Tier. Damit ist er auch nicht unserem Umgang mit ihm enthoben, sei es, dass ich ihn exorzieren oder erschießen müsste. Mit dem Menschen kann ich in seiner absurdesten Form noch handeln. Mit ihm reden und mit ihm etwas unternehmen, was womöglich zu seiner Besserung beiträgt.

Oder ist es nur – gar nicht so tief gedacht – das Erstaunen und Entsetzen, dass so etwas bei uns möglich ist? Wohl eher. So scheint es jedenfalls. Aber auch dazu ist der Mensch fähig und eben nur der Mensch. Andere zu quälen, zu ängstigen und zu missbrauchen. Nur so können auch Gesetze gefunden oder angewandt werden, wenn wir uns klar machen, dass ein Mensch in seiner – abgründigen – Fülle vor uns steht.

http://www.focus.de/politik/deutschland/sachsens-ministerpraesident-tillich-schockiert-ueber-rechte-gewalt-das-sind-keine-menschen-die-sowas-tun_id_5302522.html

 

 

Der weiß genau, was er sagt!!!

In einem interessanten Gespräch, es war wohl gestern Abend gegen 18 Uhr in einem Haus in München, meinte meine Gesprächspartnerin im schönsten bayrischen Dialekt, dass Herr Seehofer inzwischen soweit sei, dass er doch gar nicht mehr wisse, was er sage. Ich hielt dagegen, dass ich das Gefühl habe, er wisse sogar sehr genau, was er sagt. Verdutztes Schweigen war die Reaktion.

Und was will er? Ich erwiderte: Eine andere Republik! Ich gab zu Protokoll, dass garantiert hinter verschlossenen Türen Koalitionsmöglichkeiten mit der AfD bereits ausgelotet würden. Alles nur aus Gründen der Macht. Macht korrumpiert viel zu leicht.

Deine Gedanken sind ja noch schlimmer, als meine! Das gab ich zu. Meine Gedanken sind schlimm, weil ich der Weltsituation zur Zeit alles zutraue. Nur – ich fange sehr schnell zu lachen an, vielleicht ist es Galgenhumor. Weil ich anders diesen ganzen abgründigen Firlefanz nicht mehr ertragen will. Ich lasse mir doch nicht von solchen Gestalten wie manchem unserer Politiker das Leben nicht sauer machen. Soweit kommts noch.

 

Donnerschlag

Im Absurden liegt noch Trost!

Ich habe das Gefühl in einem Zustand zu sein oder in einer Situation zu leben, in dem/in der innerhalb gar nicht mehr so langer Zeit etwas losbricht, was lange nicht aufhören wird, die Welt endgültig umzukrempeln. Es ist letztlich nur das Zögern, vielleicht die Furcht des einen, den Startschuss zu geben, wohl wissend, dass die Dynamik danach nicht mehr aufzuhalten ist. Das Äquilibrium, das Gleichgewicht der Kräfte wird nur noch mit größter Anstrengung aufrecht gehalten. Oder sollte ich gar sagen: Nur noch mit größter Gewalt?!

Selbst das eigene Leben stagniert und genau das wird als Leid empfunden. Als „Pain“ wie der Engländer sagt, als „Pein!“ Gar kein so schlechtes Wort. Gott sei Dank ist meine Neugier so stark, dass ich wissen will, was kommt. Ist die Welt seit ehedem nun ohne Gott, ja immer schon ohne Gott gewesen oder vermag ich ihn nur immer schwerer zu finden? Aber hier umfasst mich Gleichmut! –

Die Welt ist an manchem Ort ein Tollhaus geworden. Es gibt kaum noch Propheten, immer häufiger aber Narren. Vielleicht braucht es sogar solche Figuren wie Donald Trump, um uns allen wieder den Spiegel vor Augen zu führen, wie weit wir schon sind und was wir bereit sind zu glauben. Dagegen wirken dann Frauke Petry und Beatrix von Storch wie Operettendiven oder Soubretten…